Zucht

Unser geliebter, kleiner Stubentiger ist eine Unterart der Wildkatze. Genetische Untersuchungen haben ergeben, daß die Afrikanische Wildkatze (Felis silvestris lybica), auch Falbkatze genannt, die Vorfahrin aller Hauskatzen ist. Es kommen noch zwei weitere Vertreter in Frage, die beim Domestizierungsprozess eine Rolle gespielt haben könnten: die in Europa und Kleinasien lebende Waldkatze (Felis silvestris silvestris) und die Steppenkatze ( Felis silvestris ornata), die in Vorder- und Mittelasien beheimatet ist.
Am besten für das Zusammenleben mit Menschen geeignet, ist allerdings die Afrikanische Falbkatze, da sie am wenigsten aggressiv ist. Sie wurde schon im Alten Ägypten als Heimtier gehalten und verehrt.
Tatsächlich findet man in allen verschiedenen Rassen, Arten und Unterarten der heutigen Hauskatzen die Gene der Afrikanerin wieder.

In Europa schrieb man bis ins 19. Jahrhundert hinein der Hauskatze nur negative Eigenschaften zu. Sie sei diebisch, hinterlistig und lieblos. Diese „Erkenntnisse“ müssen wohl noch ein Überbleibsel aus der Zeit der beliebten Hexenverbrennungen gewesen sein. Denn damals hat man besonders gerne schwarze Katzen als Haustier des Teufels zusammen mit ihren Besitzerinnen auf dem Scheiterhaufen verbrannt!
Dagegen lobte man die sogenannten Edelkatzen wie Kartäuser oder Angorakatzen wegen ihrer Sanftmütigkeit. Man hielt sie für anhänglicher, häuslicher, ruhiger und intelligenter als Hauskatzen. Heute wissen wir es besser. Diese Propaganda war sicher nur ein Werbegag der Züchter…

Mittlerweile treibt die Katzenzucht bisweilen seltsame Blüten. Der Mensch hat mitunter seltsame Vorstellungen davon, wie die „perfekte“ Katze auszusehen hat und so gibt es bis heute unzählige anerkannte und auch nicht anerkannte Rassekatzen. Und auch hier schleicht sich die ein oder andere „Qualzucht“ ein. Manche Leute sind der Meinung, dass eine Katze ein plattes, eingedrücktes Gesichtchen zu haben hat, was ihr allerdings das Atmen und die Nahrungsaufnahme erschwert. Die platten Näschen drücken die Tränenkanäle ab, weshalb ihre Augen ständig tränen. Hinzu kommen organische Probleme, wie erbliche Nierenerkrankungen.
Katzenzucht erfordert Geduld und sehr gute Tierkenntnisse, sowie ein solides Wissen über Genetik und Vererbungslehre. Um dem heutigen Zuchtideal zu entsprechen, dürfen die Elterntiere keine vererbbaren Gesundheits- oder Schönheitsfehler aufweisen. Die meisten Verbände lassen nur Katzen zur Zucht zu, die auf einer Ausstellung in der offenen Klasse mindestens einmal die Formnote „vorzüglich“ erhalten haben.
Als Rassekatze bezeichnet man nur Katzen mit einem Abstammungsnachweis eines anerkannten Zuchtvereins.